Update: Abbruch des Freiwilligendienstes wegen Corona

Hallo ihr Lieben!

Ich melde mich für ein aktuelles Update nun aus Deutschland – seit zwei Tagen bin ich wieder bei meiner Familie zu Hause. Wie es zu dem plötzlichen Abbruch gekommen ist, möchte ich in diesem Blogbeitrag kurz erklären.

Zuerst einmal vorne weg: Ich habe mein Auslandsjahr nicht freiwillig abgebrochen. Alle weltwärts-Freiwilligen rund um den Globus sind mittlerweile wieder bei ihren Familien oder zumindest auf dem Weg nach Deutschland. Aufgrund der sich immer weiter zuspitzenden Lage weltweit infolge des Coronavirus hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, das für alle entwicklungspolitischen Freiwilligendienste zuständig ist, sich per Brief an alle Entsendeorganisationen gewendet und dringend empfohlen, alle Freiwilligen nach Deutschland zurückzuholen. Demnach hat auch meine Entsendeorganisation der ASC Göttingen den sofortigen Abbruch des Freiwilligendienstes beschlossen.

Dass alle Freiwilligen zurückfliegen müssen, hat mehrere Gründe: In den meisten Einsatzländern ist das Virus, wenn auch noch mit geringen bestätigten Fällen, mittlerweile angekommen. Da nicht absehbar ist, wie sich die Lage in den verschiedenen Ländern entwickelt, wie stark sich das Virus verbreitet und inwiefern wir unsere Arbeit an den Schulen überhaupt fortsetzen können, hat sich das BMZ für die Beendigung des Dienstes stark gemacht. Dazu kommt, dass die internationale Mobilität immer weiter eingeschränkt wird und somit nicht gewiss ist, dass eine sichere Rückkehr der Freiwilligen in ein paar Wochen oder Monaten noch gewährleistet werden kann.

Und wie sah das alles in Namibia aus? Am Samstag den 14.März wurden offiziell die ersten beiden Coronafälle in Windhoek bestätigt. Daraufhin hat der namibische Präsident Hage Geingob sofort in einer Pressekonferenz verkündet, dass für 30 Tage alle Flüge von und nach Deutschland, Katar und Äthiopien gestrichen, alle großen Veranstaltungen abgesagt und alle Schulen geschlossen werden und alle BürgerInnen möglichst in ihren Häusern bleiben sollen. Zwei Tage später kam der Brief vom BMZ an die Entsendeorganisationen und am Dienstag gab es eine offzielle Stellungnahme des ASC Göttingen, in der der Abbruch des Freiwilligendienstes bestätigt wurde.

Im Laufe der Woche wurde in Göttingen mit Hochdruck versucht, eine sofortige Ausreise für uns Namibiafreiwilligen zu organisieren, was aufgrund der gestrichenen Flüge nicht einfach war. Gleichzeitig sind alle über das Land verteilten Freiwilligen nach Windhoek gereist, um bei einem kurzfristig stattfindenden Rückflug möglichst nah am Flughafen zu sein. Dazu kommt, dass die medizinische Versorgung im Fall der Fälle in Windhoek am besten ist und es im Norden Namibias leider bereits erste Anfeindungen aufgrund des Virus gegenüber Weißen gab. Am Donnestagabend dann die Überraschung: Der Rückflug ist am Sonntag, da die niederländische Airline KLM am Wochenende doch Flüge von Windhoek nach Amsterdam durchführt. Nachdem wir die letzten beiden Tage in Namibia noch so gut es ging genossen haben, sind wir am Sonntag 10 Stunden nach Amsterdam geflogen. Von dort war der Transport in die verschiedenen Heimatstädte der Freiwilligen mithilfe von Fahrgemeinschaften organisiert worde.

Momentan fällt es mir noch sehr schwer, die richtigen Worte zu finden. Dass mein Freiwilligendienst fünf Monate früher endet, ist zu aller erst einfach unglaublich schade. Obwohl ich die Gründe für den Abbruch sehr gut verstehen kann, wäre ich super gerne in Namibia geblieben, sofern eine normale Weiterführung der Arbeit vor Ort möglich gewesen wäre. Dazu kommt, dass der Abbruch so plötzlich erfolgt ist, dass ich mich weder von den Kindern an der Schule, die mir so sehr ans Herz gewachsen sind und die ich unfassbar vermissen werde, noch von meinem super tollen Fußballteam verabschieden konnte. Natürlich bin ich auch froh, in einer solchen Extremsituation bei meiner Familie zu sein, aber momentan überwiegt die Trauer, dass die mega schöne Zeit in Namibia nun ruckartig vorbei ist. Die nächsten Wochen werde ich erst einmal brauchen, um richtig anzukommen und das Gedanken- und Gefühlschaos in meinem Kopf zu ordnen. Nur schon mal so viel: Die Entscheidung, einen weltwärts-Freiwilligendienst in Namibia zu machen, war die beste Entscheidung meines Lebens! Ich bin unfassbar glücklich und dankbar, so tolle sieben Monate in Windhoek verbracht zu haben und sobald es irgendwie möglich ist, werde ich auf jeden Fall nach Namibia zurückkehren, das Land weiter bereisen und meinem Fußballteam und der Môrson Special School einen Besuch abstatten! So klischeehaft, wie es klingt, Namibia ist ein neues Zuhause für mich geworden… ❤

Liebe Grüße aus dem mega kalten Deutschland,

Eure Nora

P.S: Ich werde in den nächsten Wochen die noch ausstehenden Blogbeiträge nachholen und auch mit etwas Abstand einen Abschlussbeitrag schreiben 😉

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